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Malteser Kulmbach

Fluthilfe: Das Einsatztagebuch der Nürnberger Malteser

28.07.2021

Vom 21.-24.Juni befanden sich 13 Einsatzkräfte der Malteser Nürnberg in Rheinland-Pfalz, um in der dortigen Katastrophenregion die medizinische Versorgung zu unterstützen.

 

Die Malteser waren mit einer Schnelleinsatzgruppe Behandlung, die aus einem Gerätewagen Sanität 25 und einem Mannschaftstransportwagen bestand, und einer Transportkomponente, welche aus einen Notfallkrankentransportwagen bestand, alarmiert.

 

Nach umfangreichen Vorbereitungsarbeiten am Dienstagabend ging es am Mittwoch 7.30 Uhr auf der Wache los. Um 10 Uhr trafen die Malteser Nürnberg am Sammelplatz in Hösbach ein, um mit mehreren Einheiten aus Mittelfranken zusammen das Hilfeleistungskontingent Standard zu bilden. Von dort aus ging es im Konvoi in Richtung Rheinland-Pfalz.

 

Die Unterkunft war in einer Schule, ca. 1 Fahrstunde vom betroffenen Gebiet entfernt.

 

Am nächsten Morgen ging es dann zum ersten Mal ins Schadensgebiet nach Dernau, wo freiwillige Helfer, Anwohner und Helfende des THWs medizinisch zu versorgen waren. Wichtig war auch der Kontakt zur Bevölkerung, um nicht nur bei den körperlichen Wunden zu helfen, sondern auch erste seelische Unterstützung zu bieten.

 

Vor Ort bot sich unseren Helfenden ein großes Bild der Zerstörung.
Eine der beiden Brücken im Ort war eingestürzt, von dem Festplatz, auf dem wir uns befanden, war so gut wie nichts mehr zu erkennen. Alles war voller Schlamm und Staub, viele Häuser waren unbewohnbar. Es lag eine Mischung aus Heizöl, Benzin und Staub in der Luft. Es gab weder Strom noch fließend Wasser.

 

Obwohl viele ihr komplettes Hab und Gut verloren hatten, war die Hoffnung zu spüren, welche die vielen freiwilligen Helfer (egal ob Mitglied einer Hilfsorganisation oder nicht) mitbrachten. Überall wurde geschaufelt, gebaggert und sich gegenseitig geholfen, wo es nur ging. Die Hilfsbereitschaft war enorm groß und sehr beeindruckend. Allerdings brachte dieses große Aufgebot es auch mit sich, dass sich die Anfahrt für uns sehr verlängerte, da viele Straßen überlastet oder durch parkende Fahrzeuge verengt waren. Am Ende des Tages haben wir ca. 60 Personen versorgt. Darunter waren hauptsächlich kleinere Verletzungen wie Schürfwunden, Blasen und Schnitte, die sich die Helfer beim Arbeiten zugezogen hatten. Die Schwierigkeit dabei ist das Sauberhalten der Wunden in einer Umgebung mit viel Dreck und Schlamm.

 

Am Samstagmorgen war unser Einsatz regulär beendet und wir fuhren zurück nach Nürnberg. Abschließend mussten die Fahrzeuge von innen und außen gereinigt werden, um Schlamm und Staub aus dem Einsatzgebiet wieder loszuwerden. Nachdem auch das verbrauchte Material wieder aufgefüllt wurde, konnte mit einer kurzen Abschlussbesprechung der Einsatz um ca. 18:00 Uhr beendet werden.

 

Wir hoffen, dass unsere Helfenden das Erlebte gut verarbeiten können und möchten uns bei ihnen ganz herzlich für ihren Einsatz und ihr großes Engagement bedanken. Außerdem möchten wir uns bei Arbeitgebern, Schulen und Hochschulen dafür bedanken, dass diese völlig unkompliziert unsere Helfenden für diesen Einsatz freigestellt haben.

 

Jasmin Hinkel

 

 

 

Bildquellen: Malteser Nürnberg

 
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